Review: Game of Thrones – Home (S06E02)

Vor einer Woche noch die Einstiegsfolge besprochen, gehts jetzt gleich weiter mit Folge 2 – „Home“. Kann diese mit qualitativen Verbesserungen aufwarten oder besteht der durchwachsene Eindruck, den der Staffeleinstieg gemacht hat, weiterhin?

 

Disclaimer: Dieses Review enthält Spoiler zur aktuellen Folge (Home, S06E02) und natürlich auch zu allen vorangehenden Episoden! Wenn du diese Folge also noch nicht gesehen hast und noch sehen willst, mach das hier am besten wieder zu.

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Höhle des Three-Eyed Raven

Bran-daktuelle News (haha..): Bran existiert doch noch! Irgendwo nördlich der Wall beamen sich der Three-Eyed-Raven und er mal so richtig weg. 420 Blaze It! Daraus entsteht eine echt beeindruckende Vision. Das Zeug, das da in den Wurzeln steckt, scheint deutlich besser zu funktionieren zu sein als etwaige Virtual Reality-Konsolen.
Schön, dass man Benjen wieder sieht, nachdem man im letzten Staffelfinale ja schon mies gelinkt wurde. Das ist, neben der Vergangenheit Hodors, DAS Mysterium, welches ich auf jeden Fall noch aufgelöst haben möchte. Aufgrund der Tatsache, dass das hier nicht Lost ist, bin ich da allerdings guter Dinge.

Nettes Detail übrigens neben den jungen Starks: der ebenfalls noch recht junge Rodrik Cassel, stilecht mit dem authentischen Backenbart – seiner Zeit schon damals voraus. Lyanna bekommt auch noch ein paar Sekunden Bildschirmpräsenz, sehr interessanter Einblick in die Vergangenheit des einzig wahren Hauses der Seven Kingdoms. Mir gings da wie Bran, hätte gerne länger gehen dürfen.

„I’m home“. Jetzt schon der Bezug auf den Episodentitel?
Bran fragt Hodor, warum er nicht mehr reden kann. „Hodor“. Was hat er denn erwartet? Einen elaborierten Vortrag im feinsten Oxford-Englisch? Stattdessen halt doch nur das altbewährte „Hodor“.
In der nachffolgenden Sequenz mit Meera ist mir dann das erste Mal aufgefallen, wie sehr diese eigentlich Jon Snow ähnelt.
Mutige Prognose: Da kommt noch ein Twist.

 

The Wall

Schöner Schnittkontrast: erst Meera, deren Blick über die Eislandschaft schweift, dann der direkte Schnitt zu einer Fackel an der Wall. Gefällt.
Thorne lässt Tür einschlagen, Wun-Wun to the rescue! Night’s Watch pisst sich ein, bei Namenloser Statist #8 geht die Inkontinenz sogar so weit, dass er Wun-Wun ein Pfeilchen in den Rücken ballert, der dann kurzerhand sein Squash-Training an die Wall verlegt. Schade, dass das nicht Olly war.
Thorne kapiert immer noch nicht, dass es ganz andere Probleme als die Wildlings gibt.

Jon Snow ist derweil immer noch tot.

 

King’s Landing

Der Mountain, nein Verzeihung, Ser Robert Strong zieht immer noch große Heiterkeit aus dem Zerdrücken von Köpfen.

Schnitt. Cersei zieht einen Faden aus ihrem Kleid. Soll das eine Allegorie auf ihren innerlichen Zerfall sein?
Die King’s Guard kuscht vor Robert Strong, dabei tragen die doch alle Helme. Pfff, Weicheier.

Tommen und Jaime derweil an Myrcellas Grab in etwa so:
T: „Hey, Onkel Jaime. Ist schon bekannt, wer Trystane aufgespießt hat? Ich wette, das war meine Mutter!“
J: „Ein Teil meiner Antwort würde dich nur verunsichern. “
T: „Wer solls denn sonst gewesen sein? Assassinen, die sich vollkommen unbemerkt auf das Schiff und vom Schiff herunter teleportiert haben?“
J: „Stimmt, das wäre ja albern.“

Der High Sparrow schwafelt dann wieder irgendetwas von den 99% und irgendwelchen langweiligen Religionen. Weiß noch nicht, wo das hingehen soll – eine Revolution wäre mir mittlerweile ein wenig zu billig.

Interessant dann noch die letzte Szene, das Gespräch von Tommen und Cersei. Cersei, die auf emotionalen Abstand zu ihrem Sohn geht? Myrcella, die in einem goldenen Kleid beerdigt? Das passt ja wieder sehr schön auf die Prophezeiung: „Gold shall be their crowns and gold their shrouds, she said. And when your tears have drowned you, the valonqar shall wrap his hands about your pale white throat and choke the life from you.“ Ich rechne noch in dieser Staffel mit der Erfüllung dieser Prophzeiung, die Quoten dürften nie niedriger gewesen sein.

 

Meereen

Erneut schöner Schnitt für den Sequenzwechsel, diesmal von Cerseis Gesicht hin zur gefallenen Harpyen-Statue in Meereen. Passenderweise auch in Gold.

Varys hat immer noch keinen Penis und Tyrion macht immer noch schlechte Witze. Business as usual.
Oh, oh, Tyrion will doch nicht den Quentyn machen und zum Drachenfutter werden? Auch wenn er und Jon Snow wohl die dickste Plot-Armor der Serie haben, gibt es einen kleinen Teil in mir, der das den Schreiberlingen zutraut.

Tyrion bleibt vorläufig im Rohzustand und die Drachen sind befreit. Sehr schön animiert, deutliche Verbesserung gegenüber dem CGI in der Arena. Die Befreiung durch Tyrion bestätigt wohl einige einschlägige Fan-Theorien. Varys Mimik war am Ende super und auch der One-Liner sitzt – ausnahmsweise.

 

Braavos

Arya darf noch einmal mit dem Stöckchen spielen. Nach einer Einstellung, die verdächtig an das Star Wars-Kid erinnert (vgl. https://www.youtube.com/watch?v=HPPj6viIBmU), ist Arya endlich „No One“. Also nicht mehr Arya und auch kein Bettler, sondern „No One“. „No One“ ist aber immer noch „a girl“. Verstehe wer will.

 

Winterfell

Ach Karstark. Da klingelt doch irgendwas. Die Wall angreifen? Super Plan. Ramsay wie immer ein Mann, der sich von der Ratio leiten lässt.
Ah, Robb hat den alten Karstark geköpft, das hat geklingelt.

Roose hat einen Sohn, Glückwunsch. Ich stelle die vage Vermutung an, dass das Kind nicht alt wird.

ALTER, WAS? Ok, jetzt ist Ramsay endgültig übergeschnappt. Das wird spannend. Schön, auch wie Roose‘ Tod Robbs nachempfunden ist. Das war ja fast 1:1 die selbe Art und Weise. Your son sends his regards. Kastark scheint eingeweiht gewesen zu sein. Das gibt noch Beef.

Ah, da ist ja der kleine Wonneproppen! Und das Baby hat Lady Walda auch dabei. Seltsam, wie man plötzlich sogar mit einem Frey mitfiebert. Letzlich dann aber erfolglos. Die neuen Markenbotschafter von Pedigree kommen nicht lebend aus dem Hundezwinger. Ich gebe Praktiker die Schuld, einfach die 20% auch mal auf Tiernahrung geben!

 

Verschneiter Wald, irgendwo im Norden

Dritter geiler Schnitt zum Ortswechsel, was ist denn da los? Von den Hunden zum Feuerholz in Theons Händen, das durch der Schneeschicht, die auf dem Holz liegt, im ersten Moment wie ein Haufen Knochen wirkt.

Sansa erfährt, dass Arya noch am Leben ist, die Freude hält sich aber irgendwie in Grenzen. Theon verkündet seine Entschluss zurück nach Pyke, auf die Iron Islands, zu reisen.

 

Pyke

Greyjoys! Iron Islands! Schlimmer als Dorne kanns ja hoffentlich nicht werden. Ha, in der Serie hat Balon Greyjoy, der eigentlich schon in Buch 3 verstarb, ja tatsächlich den War of the Five Kings gewonnen. What is dead may never die. Sehr wörtlich genommen.

Das Setting gefällt mir. Schön nass und richtig ungemütlich. Auch Pyke, insbesondere die einzelnen Türmen, die auf den Felsen stehen, gefällt mir.
Die Hängebrücken da sind aber sicher nicht TÜV-zertifiziert! Da landet bald ein Einschreiben mit Bußgeldrechnung im Hause Greyjoy.
Euron ist da! Schöne Szene als Balon wankend auf der Brücke steht, während der felsenfeste Euron sich von der Wetterlage nicht beirren lässt. Ein echter Seeman eben. Whoops, guten Flug! End senk ju vor träwelling mit Deutsche Bahn – oder so. What is dead may never die. Jetzt anscheinend doch.

Interessante Begräbnisse auf den Iron Islands. Das Pyke-Setting ist echt erfrischend im Vergleich zum Schnee und zum rot-braunen King’s Landing/Meereen/Braavos/Dorne-Einheitslook.

 

The Wall – Teil 2

Jetzt die Auferstehung? Davos als Bittsteller bei Melisandre erinnert mich irgendwie an ein neugieriges Kind, das seinen Eltern Löcher in den Bauch fragt. Warum ist der Himmel blau wird dann in dem Fall schnell zu „Do you know of any magic that could bring him back?“. Habe heute immer noch den Abdruck der Brechstange im Gesicht. Sehr subtil.

Dann gibts ein wenig Wischi-Waschi und Schnippi-Schnappi und nach einer gefühlten halben Stunde ist Jon dann doch wieder lebendig. Man muss nur ganz lieb Bitte sagen. So ähnlich wie Jon, der in der letzten Einstellung laut keucht und nach Luft schnappt, habe ich mich letzten Freitag beim bis dato schlimmsten Kater meines Lebens übrigens auch gefühlt. Prost!

 

Fazit

Die Folge hat mir tatsächlich sehr gut gefallen, deutlich besser als Folge eins. Auch die vielerorts als etwas lange und zu simpel beschriebene Wiederbelebungs-Szene ist mir mittlerweile ans Herz gewachsen. Da gibt es ja nämlich noch den anderen roten Priester, Thoros of Myr, der in Staffel 3 die Wiederbelebung exakt so beschrieben hat, wie sie letztlich vonstatten ging: „I knelt beside his cold body, and said the old words. Not because I believed in them, but… he was my friend. And he was dead. And they were the only words I knew. And for the first time in my life, the Lord replied. Beric’s eyes opened.

Auch die Ramsay-Szenen fand ich nicht so schlecht. Klar, war das stellenweise sehr schwer zu glauben und Ramsay wird zum absoluten Supervillain hochstilisiert, allerdings bin ich mir sicher, dass er noch im Laufe dieser Staffel die Rechnung dafür bekommt. Regel Nr. 1 in Westeros: Don’t fuck with the Freys. Man muss ja nur mal überlegen: Keine Frau, keinen Erben, keine Allianz (Karstarks ausgenommen), gerade den eigenen Vater (Warden of the North!) und dessen Frau und Kind (Walder Freys Enkelin und Urenkel, dazu künftiger Warden of the North) kaltblütig und grausam ermordet. Er kann nicht nach Norden, er kann nicht nach Süden. Andererseits hat er auch mit 20 guten Männern Stannis‘ Camp auseinandergenommen. Vielleicht freue ich mich doch zu früh.

Nächste Woche gehe ich übrigens von einem großen Reveal aus: Da die Folge in den USA am Muttertag spielt, dürfte klar sein, worauf ich anspiele. Auf die Szenen an der Wall freue ich mich auch sehr. Jon ist ja jetzt theoretisch auch nicht mehr an die Wall gebunden – der Eid galt ja nur bis zum Tod. Und insbesondere die Gesichtsausdrücke von Thorne und Olly, wenn sie Jon quicklebendig durch die Gegend stolzieren sehen, werden ein Fest. Dann wird es wohl wieder heißen: „Edd, fetch me a block.“ Im Idealfall sogar zwei.

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