Review: Game of Thrones – Oathbreaker (S06E03)

Folge 3 ist seit Montag ausgestrahlt, damit ist bereits ein knappes Drittel der Staffel 6 verfügbar. Werden weiter Schachfiguren für einen großen Clash in Stellung gebracht oder gibts den bereits in dieser Folge? Was passiert in Winterfell, Braavos und an der Wall? Welche Eide werden eigentlich in dieser Episode gebrochen werden? Das alles und noch viel mehr in Folge 3 – hoffentlich.

 

Disclaimer: Dieses Review enthält Spoiler zur aktuellen Folge (Oathbreaker, S06E03) und natürlich auch zu allen vorangehenden Episoden! Wenn du diese Folge also noch nicht gesehen hast und noch sehen willst, mach das hier am besten wieder zu.

song-of-ice-and-fire-1177629

 

The Wall

It’s alive! Da sind sowohl Davos und Melisandre als auch Ghost verwirrt. Jon bewundert seine coolen Einstichswunden, da hat er sich den Besuch im Tattoostudio gespart.

Was hat Jon gesehen? Nothing. You know nothing, Jon Snow. Diesmal sogar wortwörtlich. Schöne Stelle. Deshalb befindet er sich jetzt in einer Sinnkrise. Womöglich aufgrund seines kleinen Penis, der ist Tormund natürlich nicht entgangen. Ein Gott ist er also wohl nicht. Um fair zu sein: Es ist wahrscheinlich auch sehr kalt an der Wall. Stört Dolorous Edd jedenfalls alles nicht, einen dicken Bro-Hug hat sich Jon verdient.

 

Schiff

Sam und Gilly auf Kreuzfahrt Richtung Horn Hill bzw. Oldtown. Letztere mit fast schon philosophischen Gedanken zur See.
Ersterer ist nach eigener Aussage nicht seekrank, reiert aber trotzdem mehr als 12-Jährige nach dem ersten Alkoholexzess.

 

Tower of Joy

Yüah! Ewig drauf gewartet und jetzt gehts ans Eingemachte. Arthur Dayne & Oswell Whent vs. Eddard Stark & Howland Reed (+Anhang).
Allerdings seltsame Expostion für Nicht-Buchleser. Wenig Erklärung, wo die Leute sind oder warum sie da sind, wo sie sind.
Nunja: Im Serien-Crossover jagt Barney Stinson erneut einer Frau hinterher, diesmal allerdings seiner Schwester. Sehr seltsames Casting.

Doppelschwert-Dayne behauptet sich im 4-gegen-1. Sensationelle Choreographie. Im Gegensatz zu vielen anderen Schwertkampf-Inszenierungen (ich blicke da mal besonders in deine Richtung, Assassins Creed) greifen auch alle vier Gegner gleichzeitig an und warten nicht darauf, dass sie endlich an der Reihe sind.
Letzlich beendet Howland Reed das ganze Tohuwabohu wenig ehrenhaft durch einen Dolchstoß von hinten.

Scheinbar kann Bran sehr rudimentär mit den Personen der Vergangenheit kommunizieren. Sehr interessant, allerdings auch verdammt risikoreich, falls man diesen Aspekt weiter verfolgt. Da kann nämlich auch sehr viel schiefgehen.
Der Three-Eyed-Raven sorgt dann dafür, dass die Narrative eingehalten wird und das Publikum noch ein wenig länger auf das Innere des Turms warten muss. Ein Meister des Teasings. R+L=J? Not today.
Hoffentlich wird man hier nicht zu lange hingehalten und macht nicht den selben Fehler wie die The Walking Dead-Macher. Ich befürchte aber, dass man sich hier noch einige Folgen gedulden muss. Billiger Spannungsbogen.

 

Vaes Dothrak

New episode, same shit: Daenerys stellt sich vor, wird aber dann glücklicherweise unterbrochen.
„I am Daenerys Stormborn of House Targaryen, Mother of Drag – “
„You are the widow of the great Khal. That is all.“
Damit hätten wir das für diese Folge auch abgehakt. Irgendwann kann ich ihre Titel und Namen auch mitten in der Nacht mitsprechen. Stattdessen konnte ich mir während der Schulzeit nie die binomischen Formeln merken. Prioritäten und so.

Einzig nennenswert: alle Khalasare haben sich zeitweise zusammengeschlossen, um zu beraten, welche Städte und Völker in naher Zukunft eingenommen und versklavt werden sollen. Sicherlich will Daenerys da ein Wörtchen mitreden. Möglicherweise darf auch Drogon wieder Taxi spielen, sofern sich in Vaes Dothrak eine Arena befindet.

 

Meereen

Varys verhört eine Agentin der Sons of the Harpy. Ist eher ein Fan des Zuckerbrots als der Peitsche.
Währenddessen besteht Tyrions Daseinsberechtigung wohl seit geraumer Zeit nur darin, dumme Witze zu reißen und literweise Wein zu trinken. Sehr seltsame Konversation mit Missandei und Greyworm. Kein Ziel, kein Humor, kein Mehrwert. Bitte nächstes Mal weglassen.

Varys erlöst uns dann. „Birds I always trust“.

 

King’s Landing

Besagte Birds bekommen derweil von Santa Qyburn Süßigkeiten. Wo steht der fensterlose Van?

Robert Strong, Cersei und Jaime spielen Partycrasher und vertreiben die Heerschar an Kindern. Nach der Tower of Joy-Szene teast auch Jaime ein wenig und spricht ein trial by combat an. Bitte auch mal durchziehen, in King’s Landing passiert mir schon seit einiger Zeit viel zu wenig.

Dafür hat dann auch Adam Sandler am Drehbuch mitgeschrieben, denn für einen Furz-Gag ist man sich beim Meeting des Small Councils augenscheinlich nicht zu schade.
Wie vorher bekommen die drei Partycrasher einen neuen Auftritt und leisten dem Rat Gesellschaft. Olenna (endlich wieder Screen-Time) bissig wie immer. Habe geschmunzelt. Auch diesmal löst sich die Party auf.

In der Sept stellt Tommen derweil High Sparrow zur Rede. „I am the King“.
Man erinnere sich an die weisen Worte Tywins: „Any man, who must say ‚I am the King‘ is no true king at all.“
Wie befürchtet dann wieder Religionsgeschwätz. Der High Sparrow ist hartnäckiger als jeder Zeuge Jehovas.

Insgesamt habe ich zwar noch keinen blassen Dunst, wo das hingehen soll, aber dieser Storystrang missfällt mir immer mehr. Irgendwann ist auch mal genug Set-Up da. In King’s Landing muss demnächst was passieren.

 

Braavos

A girl is training. Gift-Riechtest, Familiengeschichten und eine Trainings-Montage. Rocky wäre stolz.

Schließlich darf das Mädchen, jetzt hoffentlich endlich No One, erneut Brunnenwasser schlürfen, durch das sie ihr Augenlicht zurück erlangt.
Sehr komisches Brunnenwasser, das sollten die Wasserwerke in Braavos nochmal überprüfen.

 

Winterfell

Smalljon Umber besucht Ramsay, weil er eine Wildling-Invasion befürchtet. Super Typ. Schöner Wortwechsel zwischen ihm und Ramsay.
Smalljon will allerdings nicht vor Ramsay knien und ebenso keinen Eid auf diesen schwören. Stichwort Oathbreaker?
Dafür bringt er Osha, Rickon und den Kopf Shaggydogs mit, um sich gutzustellen. Och, nö.. Scheinbar ist das Budget für die Direwolves echt knapp gesetzt, aber deshalb muss man die doch nicht reihenweise erledigen.

Allerdings ist jetzt wieder ein Stark in Winterfell. Und vielleicht ist ja nicht alles so schlimm wie es scheint. The North Remembers.
Mehr im Fazit.

 

The Wall – Teil 2

Jetzt gehts Thorne und Olly endlich an den Kragen. Zumindest Thorne werde ich ein wenig vermissen. Fuck Olly.

Warum denn keine Enthauptung? Für den Show-Effekt? Naja, auch in Ordnung. Olly mit dem Todesblick, Jon zögert. Hatte kurz befürchtet, Jon würde es nicht durchziehen. Tut er aber doch. Zögerte wohl, weil er wusste, was die vier erwartet – Nichts.
War auch seine letzte Amtshandlung als Lord Commander, denn danach verlässt er die Wall. Die Amtszeit war ja eh schon vorbei – Stichwort Oathbreaker?

P.S.: Wenn sich mit Jon und Sansa erneut zwei Starks um Haaresbreite verpassen, dann mache ich etwas kaputt.

 

Fazit

Nicht viel passiert, wieder sehr viel Set-Up. Sicherlich in der Inhaltsbeschreibung bemerkbar, die gab diesmal nicht arg viel her.
Gerade King’s Landing hat mich sehr gestört, da will irgendwie nichts richtig zu Potte kommen. Trotzdem inhaltlich okaye Folge. Auch technisch leider nichts Besonderes dabei, lediglich die Tower of Joy-Szene konnte beeindrucken. Die Bran-Szene könnte noch immens wichtig werden, wenn er wirklich irgendwie mit den Akteuren in den Visionen und Träumen kommunizieren kann, könnte er nicht nur im Piloten der Serie als MacGuffin gedient haben. Ich habe passenderweise die Buchszene, in der Jon Snow Ghost entdeckt, herausgesucht:

Halfway across the bridge, Jon pulled up suddenly.
„What is it, Jon?“ their lord father asked.
„Can’t you hear it?“
Bran could hear
the wind in the trees, the clatter of their hooves on the ironwood planks, the whimpering of his hungry pup, but Jon was listening to something else.
„There,“ Jon said. He swung his horse around and galloped back across the bridge. They watched him dismount where the direwolf lay dead in the snow, watched him kneel. A moment later he was riding back to them, smiling.

Zusätzlich möchte ich noch einmal auf den Episodentitel eingehen – Oathbreaker.

Wo? Jon wurde ist ja durch seinen Tod nicht mehr an die Night’s Watch gebunden und jetzt ein freier Mann. Einen Eid hat er also wahrlich nicht gebrochen. Spielt der Titel dann auf Smalljon Umber an, der allerdings gar keinen Eid geleistet hat? Da wird in meinen Augen noch was kommen, ich glaube nicht, das Ramsay nach den Dummheiten, die er letzte Woche begangen hat, wieder so einfach zu Macht kommt.
Hier meine Theorie: Rickon, Osha und Smalljon stecken unter einer Decke. In der zwangsläufig bevorstehenden Schlacht im Norden, werden sich die Umbers gegen die Boltons wenden.
Was dafür spricht: Smalljon schwört keinen Eid auf Ramsay. Er würde also theoretisch keinen Verrat begehen. Der Titel der Folge ist also gewissermaßen eine falsche Fährte. Warum aber Shaggydog töten und den echten Rickon ausliefern?

Zu Shaggydog: Bereits beim Gucken habe ich mich ein wenig an den Proportionen des Kopfes gestört. Wenn man sich beispielsweise noch einmal die Szenen nach der Red Wedding ansieht, erkennt man die immense Größe von Greywinds Kopf, der in seiner Größe dem Torso eines erwachsenen Mannes gleicht. Auch Ghost, der kleinste des Direwolves-Wurfs besitzt einen deutlich größeren Kopf als das, was Shaggydogs Kopf gewesen sein sollte.
Darüber hinaus soll Shaggydog laut Buchvorlage der Größte und Wildeste der Stark-Wölfe sein. Sorry, aber dieser Kopf in der Folge war zu mickrig. Das kann entweder geplant oder ein Missgeschick beim Dreh/beim Erstellen der Requisiten gewesen sein. Zusammen mit der Verweigerung des Eides tendiere ich aber zu ersterem.

Zu Rickon: Einfache Erklärung. In Winterfell wird es sicherlich Leute geben, die wissen wie der echte Rickon aussieht, auch nach all der Zeit. Das Risiko aufzufliegen, wäre also bei einem falschen Rickon zu hoch. Ich bin mir zwar bewusst, dass auch im Buch mit einer Person, die sich für eine andere ausgibt, gearbeitet wurde, allerdings sollten die Unterschiede zwischen Buch und Serie mittlerweile deutlich geworden sein.
Überdies wäre der mögliche Twist bei einem falschen Rickon in einer TV-Serie ja komplett für die Tonne, da allein dadurch, dass die Person sichtbar ist, schon die Echtheit dieser verifizieren werden kann. Wenn man in dieser Folge also einen falschen Rickon gezeigt hätte, wäre der Twist ja kein Twist mehr.
Ebenso: Warum sollten die Umbers Rickon ausliefern? Wäre er in ihrer Gewalt nicht mehr wert? Was ist mit der Red Wedding? Keine Rachegelüste? Warum denken die Umbers, Jon würde die Wildlings nach Winterfell schicken? Warum ist Smalljon erst nach dem Tod von Roose Bolton in Winterfell und erbittet eine Allianz? Da ist noch viel zu viel offen, so viele Plotholes würden sich nicht mal die Game of Thrones-Writer erlauben.

Und noch einmal: The North Remembers.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *