Review: Game of Thrones – The Door (S06E05)

Zur Hälfte vorbei: In Folge 5 „The Door“ stehen neue Aufgaben für den Großteil der Protagonisten an. Darüber hinaus darf man eine Theater-Einlage, eine seltsame Wahl und die Auflösung eines großen Mysteriums bewundern.

 

 

Disclaimer: Dieses Review enthält Spoiler zur aktuellen Folge (The Door, S06E05) und natürlich auch zu allen vorangehenden Episoden! Wenn du diese Folge also noch nicht gesehen hast und noch sehen willst, mach das hier am besten wieder zu.

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The Wall (80% der Staffel 6-Folgen haben damit an der Wall begonnen)

Hey Sansa, Sorry you got raped :'( Wanna meet up in Mole’s Town? – XOXO, Littlefinger.

Nach solch einem Brief lässt sich die gute Frau nicht zweimal bitten und konsultiert zusammen mit Brienne Littlefinger. Schön, wie sich die Verhältnisse im Vergleich zu Staffel 5 umgekehrt haben, als in der Wirtshaus-Szene noch Littlefinger den Schutzbefohlenen Sansas mimte und Brienne abgewiesen wurde.

Sehr erfrischende Art und Weise, in welcher Sansa Littlefinger bloßstellt und die dominierende Rolle im Gespräch an sich reißt. Da wird sogar Littlefinger sprachlos (das erste Mal in der Serie?). Die Entscheidung Littlefingers Unterstützung abzuweisen, könnte sich aber schnell als eine Fehlentscheidung herausstellen. Abwarten.

 

Braavos

Szene #806, in der Arya mit einem Stock verprügelt wird und erkärt bekommt, dass sie noch nicht bereit ist. Dachte eigentlich mit der letzten Folge wäre sie endlich No One.

Dafür war der allererste Faceless Man No One. Logisch. Da bist du aber mit vollem Anlauf direkt reingebrettert, liebe Arya. Immerhin ein wenig Sendezeit gefüllt.
Lady Crane heißt das Ziel, das es für Arya/No One zu liquidieren gilt. Eine Theater-Schauspielerin, die aktuell Cersei spielt. Fast poetisch.
Kann sie die jetzt auf ihrer Todesliste abhaken oder nicht?

Shakespeare meets Staffel 1 & 2. Das kurzweilige Theaterstück, das wir in voller Lauflänge bewundern dürfen, ist eine nette Aufbereitung des frühen Plots aus Sichtweise der Braavosi. Sogar Arya darf mitspielen und die Hinrichtung ihres Vaters noch einmal aus ähnlicher Position erleben. Ein Spaß für die ganze Familie!

Der Warzen-Penis dann eher weniger. Es stellt sich heraus, dass die falsche Sansa wohl böse und die falsche Cersei ganz sympatisch ist. Seltsam.
Sicher nicht zufällig gewählt das ganze Szenario, mal abwarten in welche Richtung sich das entwickelt.

 

Höhle des Three-Eyed Raven

Die Children of the Forest haben die White Walker mit Hilfe von Drachenglas erschaffen. Eine Waffe, die sich selbstständig macht. Schöne Idee, solche Thematiken findet man ja in der Literatur zuhauf. Zusätzlich dazu können die White Walker nur durch das Material getötet werden, mit dem sie erschaffen worden sind (Valyrian Steel mal ausgeklammert).

Ich denke, dass Drachenfeuer dann das dritte probate Mittel gegen die White Walker sein wird. Macht ja auch Sinn, da die ganze Buchreihe mit „Ein Lied von Feuer und Eis“ betitelt wurde und zusätzlich dazu Valyrian Steel unter der Zuhilfenahme von Drachenfeuer geschmiedet wurde.
Ein bisschen schade jedoch, dass diese Szene so wenig Screentime bekommen hat, da hätte man ruhig das Theaterspiel kürzen können.

 

Pyke

Wahlen. Yara stellt sich auf, aber die Eisenmänner wollen nicht so recht. Da muss dann erst Theon kommen und Überzeugungsarbeit leisten. Erst nö, dann jö. YARA! YARA! YARA!

Stilvoll betritt dann Euron einige Augenblicke später die Szenerie. „Joah, ich war die letzten Jahre weg, hab euren König abgemurkst, aber voll den geilen Plan, ey! Drachenkönigin heiraten und mit deren Armee und unserer Flotte Westeros einnehmen! Alles easy, ey!“
EURON! EURON! EURON!
Puuh, kein Wunder, dass es da so windig ist, die sind ja das Konzentrat eines Fähnchens im Wind.

Bisschen Badespaß im Salzwasser und die Iron Islands haben einen neuen König. Derweil stehen Yara, Theon und 20 gute Männer (sind die von Ramsay ausgeliehen worden?) augenscheinlich den größten Teil der hauseigenen Flotte.
Wachen? Nö. Genug Männer, um die Schiffe zu bemannen? Nö. Wenn ja, wo waren die ganzen Leute bei der Wahl? Herrje.

Wäre ja pures Comedy-Gold gewesen, wenn Euron einfach ersoffen wäre und ein einzelner Ironborn der Flotte mit einem kleinen Ruderboot hätte nachreisen müssen, um sie zurückzuholen. Stattdessen will Euron in seiner ersten Amtshandlung Nichte und Neffe ermorden. Warum? Und warum die uneingeschränkte Unterstützung? Sind die nicht immer noch Greyjoys?

In bester Monty Python-Manier erklimmen die Ironborn also bis an die Zähne bewaffnet einen kleinen Hügel und bemerken das Verschwinden ihrer Flotte.
1000 neue Schiffe sollen jetzt gebaut werden. Womit? Aus Moos und Steinen? In Pyke hat man noch keinen einzigen Baum gesehen. Und am allerwichtigsten: Wann? Gibts jetzt einen Zeitsprung, sehen wir die nächsten 10 Folgen die Ironborns in ihren Werften beim Schiffsbau oder stehen die Schiffe gleich in der nächsten Folge bereit? Puuh, das war Dorne-Niveau. Grau-en-haft.

 

Vaes Dothrak

Jorah zeigt Daenerys seinen Greyscale und will gehen. Die befielt ihm dazubleiben, nur um ihm kurz darauf den Befehl zu geben, wieder wegzugehen. Verstehe einer die Frauen. Nach einem Heilmittel soll er suchen. Was glaubt sie denn, was er sonst gemacht hätte? Nach Quarth gehen und noch ein kurzes Restleben in Saus und Braus am Strand genießen? Aber so darf mit einer kurzen Kitsch-Szene noch einmal auf die Tränendrüse gedrückt werden.

 

Meereen

Tyrion und Varys suchen nach einer neuen PR-Chefin. „Who said anything ‚bout him?“ Schön, wie Tyrion Varys‘ eigene Worte aus Staffel 5 benutzt.
Eine Allianz mit einer radikalen Priesterin soll geschlossen werden. Hat ja schon in King’s Landing blendend funktioniert. Klar, dass Varys erstmal skeptisch ist. Aber die Priesterin scheint etwas zu wissen, das Varys extrem unangenehm ist und stark einschüchtert. Sowohl Varys als auch Littlefinger damit in dieser Folge sehr ungewohnt dargestellt worden.

 

Höhle des Three-Eyed Raven – Teil 2

Das ist Wahnsinn, warum zeigst du ihnen die Höhle? HÖHLE! HÖHLE! HÖHLE! Eiskalt, lassen sie bald deine Seele erfriern.

Hat mich an bisschen an Herr der Ringe erinnert als Pippin die Kugel in Isengard berührt.
Der Baum in der Berührungs-Vision war übrigens der, an dem die White Walker erschaffen wurden. Irgendeine Bedeutung wird der somit wohl haben.

Wäre allerdings alles nicht passiert, wenn der Three-Eyed Raven einfach mal die Gründe für die Regeln, die er aufstellt, erläutert hätte. Einfach mal erklären, warum es keine gute Idee ist, sich alleine den White Walkern im Traum zu nähern. Jetzt können die den Schutzzauber der Höhle durchbrechen und deshalb beschließt der Raven, Bran als USB-Stick zu benutzen, um sein Wissen auf ihn zu übertragen.

 

The Wall – Teil 2

Jon und Davos suchen Truppen. Sansa hätte welche, will die aber nicht von Littlefinger und belügt Jon. Interessante Dynamik, aber ein wenig aus dem Nichts. Warum nicht einfach ehrlich sein?

Brienne ist schlüssigerweise skeptisch und argumentiert im Privatgespräch mit schlüssigen Punkten gegen Davos und Melisandre. Zum Dank wird sie nach Riverrun geschickt, um Sansas Onkel, den Blackfish, für die Sache zu gewinnen. Der Rest verlässt ebenso die Wall, um bei den Häusern des Nordens Klinke zu putzen.

Dolorous Edd ist jetzt offiziell der 999. Lord Commander der Night’s Watch und hat die schier unglaubliche Befehlsgemacht über etwa zehn Männer. Ich lege mich fest und behaupte, dass es keinen 1000. Lord Commander mehr geben wird.

 

Höhle des Three-Eyed Raven – Teil 3

Hodor mag Spiegeleier, Speck und Blutwurst. Ich auch. Stattdessen stehen aber die Eismänner vor der Tür. Auf Eis hat Meera aber anscheinend keine Lust und versucht zu fliehen. Sind wohl beide eher die deftigen als süßen Frühstückstypen. Allerdings ist Hodor vor Angst gelähmt, Bran dazu immer noch in einer Winterfell-Vision.
Immer diese langsamen Datenübertragungsraten bei alten USB-Sticks!

Da die Übertragung noch nicht abgeschlossen ist, muss sich Bran im Traum in Hodor wargen. Meera tötet derweil als dritte Person in der Serie nach Sam und Jon einen White Walker (Ernsthaft, irgendwas muss es doch mit Meera auf sich haben?). Bei der Flucht fordern die Others neben den Children of the Forest ein immenses Todesopfer. Summer wird zum Leeroy Jenkins und versucht die wandelnden Leichen aufzuhalten. Leider ohne Erfolg.
Summer is gone, Winter is coming. Damit ist ein weiterer Direwolf gestorben und das CGI-Budget für Drachen frei.
Passend dazu das letzte Children of the Forest mit Zombie-Trope Nr. 316: sich heldenhaft zum Fraß vorwerfen, um Zeit zu gewinnen.

Auch den Bloodraven erwischt es, der Uploadprozess besteht aber weiterhin. Auf seine Freundin soll Bran hören, hat dieser ihm noch mitgegeben. Das geht prompt schief. „Hold the Door.“ Beim zweiten Schrei wurde mir dann sonnenklar, worauf das hinausläuft. Der Aufprall meines Kinns auf dem Boden war zwar schmerzhaft, aber für diese Endszene hat sich das gelohnt.

Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen und die Daten auf Hodors Festplatte sind unwiderruflich beschädigt. Das passiert, wenn man USB-Sticks nicht sicher entfernt. Aus „Hold the Door“ wird Hodor. Grandios.

Hodor war also beinahe sein ganzes Leben lang Packesel und Türstopper. Nächstes Mal vor Reisen einfach bei IKEA vorbeischauen und für 2€ einen Türstopper mitnehmen. Kann Leben retten. Trotz der relativ geerdeten Erklärung ein für mich funktionierender Mindfuck und glücklicherweise nicht zu abwegig. Kein Bewusstseinswechsel mit einem Pferd und keine geheimer Aegon Targaryen (alles schon gelesen!). Hat alles Sinn gemacht und trotzdem den gewünschten Effekt gehabt.

Hodors Tod hat mich dann letzlich ein wenig an den Tod eines Charakters in The Walking Dead erinnert. Komme jetzt nich auf den Namen und da The Walking Dead eh irrelevant ist, auch scheißegal, aber besagter Charakter ist ebenso heldenhaft beim Aufhalten einer Drehtür zerfleischt worden.
Hiermit trauere ich um den einzigen Charaktere aus dem Game of Thrones-Universum, der nie eine versteckte Agenda hatte und sich immer ehrenhaft für seine Freunde aufgeopfert hat. R.I.P. Hodor/Wylis.

 

Fazit

Kann jetzt gar nicht mehr so viel zur Folge sagen, weil ich vieles bei der Besprechung schon abgehandelt habe. Pyke hat mir drehbuchtechnisch überhaupt nicht gefallen, das war nur durch die guten Schauspielleistungen über Dorne-Szenen mit den drei Sandsnakes anzusiedeln. Ansonsten ganz miserabel und schlecht ausgeführt. Schade, den Schauplatz mochte ich eigentlich sehr gern und auch die Kultur auf den Iron Islands ist eigentlich sehr interessant. Sofern nicht die nächsten Folgen durchgehend Schiffsbau gezeigt wird, wird man von Pyke und den Iron Islands wohl erstmal nicht viel mehr sehen.
Auch schade, dass Euron so eindimensional böse porträtiert wird. Da war Buch-Euron deutlich facettenreicher.

Braaovs-Szene hat mir gefallen, war allerdings zu lang. Daenerys und Jorah waren ganz nett, mir persönlich aber zu kitischig. Jorah kann ich jetzt wohl von meiner Todesliste streichen, das klang ganz und gar nicht nach Abschied für immer. Vielleicht hat ja die rote Priesterin aus Meereen ein Heilmittel.
Da hoffe ich jetzt mal ganz stark, dass das kein zweites King’s Landing wird, welches in dieser Folge glücklicherweise gar nicht aufgetaucht ist.
Die Geschichte um den High Sparrow wird also vorraussichtlich in der nächsten Folge wieder mehr Platz bekommen und bitte, bitte, bitte hoffentlich aufgelöst werden.

Zu den Szenen nördlich der Wall ist, denke ich, alles gesagt. Auch wenn mir der Tod von Summer ein wenig zu billig war, hatte ich selbst beim zweiten Gucken noch Gänsehaut. Ganz großes Serien-Kino und ein würdiges Ende für die gutherzigste Figur in ganz Westeros.
Ich habe überdies das Gefühl, das durch das ganze Hodor-Spektakel ein wenig untergeht, dass man in dieser Folge den Ursprung der White Walker gelernt hat. Erschaffen, um die Wälder vor den Menschen zu beschützen, haben sie diese in eine riesige Eiswüste verwandelt.
Und mit der Mark, die der Night’s King auf Bran hinterlassen hat, haben sie jetzt wohl auch eine Möglichkeit die Wall zu durchbrechen. Soweit ich mich erinnere, war diese ja auch mit einem Schutzzauber belegt, der hinfällig wird, wenn Bran sie durchquert. Dazu noch mit der wohl niedrigsten Besetzung in der Geschichte der Night’s Watch. Kommen da eigentlich keine neuen Kriminellen aus Westeros nach?
Mein Tipp: Die letzte Szene in Staffel 6 wird der Fall der Mauer werden. Nagelt mich gerne darauf fest.
Apropos Tipps: hier nochmal meine Todeslisten aus dem letzten Folgen-Review:

 

7 Figuren, die meiner Meinung nach mit Sicherheit noch in Staffel 6 sterben werden:

  1. Grand Maester Pycelle
  2. Tommen Baratheon
  3. Cersei Lannister
  4. Kevan Lannister
  5. Ramsay Bolton
  6. High Sparrow
  7. Jorah Mormont (nach dieser Folge sicher streichbar, da er sich heilen wird)

7 Figuren, die eventuell sterben könnten:

  1. Rickon Stark
  2. Jaqen H’ghar/der Faceless Man
  3. Grey Worm
  4. Littlefinger
  5. Robert Strong/The Mountain
  6. Theon Greyjoy (nach den Ereignisse auf Pyke jetzt wohl auch streichbar)
  7. Loras Tyrell

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