Review: Game of Thrones – Battle of the Bastards (S06E09)

6000 Boltons vs. 2500 Wildlinge: die Schlacht der Bastarde scheint bereits im Vorfeld entschieden, allerdings sind noch etwaige geheimnisvolle Briefe an die „Reiter Rohans“ im Umlauf. Die Rettung oder ein Red Herring?

 

Disclaimer:  Dieses Review enthält Spoiler zur Folge Battle of the Bastards (S06E09) und natürlich auch zu allen vorangehenden Episoden! Wenn du diese Folge also noch nicht gesehen hast und noch sehen willst, mach das hier am besten wieder zu.

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Vorwort:

Leider erscheint dieses Review sehr verspätet, da ich durch meine Bachelorarbeit, Papierkram und einen Umzug Mitte Juli derzeit zeitlich sehr eingeschränkt bin. Deshalb werde ich auch das Recap zu Folge 10 erstmal auf frühestens Sonntag, eher nächste Woche schieben müssen. Es kommt aber zu hundertprozentig, alleine schon aus Vollständigkeitsgründen. Wie sähe das denn auch aus, ein Staffelrecap ohne das Finale?

 

Meereen

Die Slave Masters wollen Meereen wieder haben und machen die Stadt deshalb kaputt. Seems legit.

Tyrion muss derweil bei Daenerys zum Rapport antreten.

If Meereen succeeds, a city without slavery, a city without masters… …it proves that no one needs a master.“

Warum sollte Arya denn einen Sklavenherren brauchen?

Daenerys will deshalb die Masters kreuzigen, die Drachen über ihre Städte herfallen lassen und diese dem Erdboden gleichmachen. Well, that escalated quickly.

He had caches of wildifre hidden unter the Red Keep…

Nach Jaime in der letzten Folge weist auch Tyrion noch einmal auf das Wildfire in King’s Landing hin. Wenn da mal kein Ärger im Haus steht.

Schnitt. Verhandlungen mit den Masters.

Fear > Bribing. Mit Drachen geht das einfacher von der Hand. Weil einfach einfach einfach ist.
Und weil einfach einfach einfach ist, meutert der Fußtrupp der Sklavenhändler recht schnell. Drachen standen so nicht im Vertrag.
Jedenfalls ist das Drachen-CGI besonders in der Bewegung deutlich gegenüber der letzten Staffel verbessert worden. Klar, man muss ja jetzt auch kein Budget mehr für die Wölfe aufbringen… :'(

Im Endeffekt muss einer der Sklavenhändler sterben: Der mit dem meisten Eyeliner.
Daenerys möchte sich von diesem aber noch Schminktipps einholen, da die Internetverbindung scheint in Meereen recht schlecht zu sein scheint. Wie soll die Gute denn da auch BibisBeautyPalace gucken können???
Naturgemäß müssen dann die anderen beiden in den Sand Meereens beißen.

 

Winterfell

Verhandlungen mit Ramsay Bolton. Lady Mormont is not amused.

Lets end this the old way. You against me.
Mit Fox in Melee, keine Items, auf Final Destination?
Ramsay lehnt ab, filthy Casual.

Will your men want to fight for you when they hear you wouldn’t fight for them?

Legitime Frage. Meuterei während der Schlacht? Wäre ein schöner Twist, wenn Littlefinger gar nicht gebraucht werden würde.

Smalljon Umber, der dreckige Verräter, wird Jon den (immer noch proportional zu kleinen) Kopf von Shaggydog zu. Welp, wohl doch keine Umber-Verschwörung. Schade, Greatjon Umber dreht sich gerade im Grabe um. Wo sind eigentlich die Karstarks?

 

Irgendwo im Norden

Lagebesprechung im Norden.

Fear is his power.

It’s his weakness, too. His men don’t want to fight for him. They’re forced to fight for him, if they feel the tide turning…?

Ja, was ist denn, wenn sich das Blatt wendet? Schon der zweite Hinweis auf Unstimmigkeiten innerhalb der Bolton-Armee, sollten sich da doch noch ein paar Männer von Ramsay abwenden?

Der Plan von Jon stellt sich wie folgt dar: Ramsay kommen lassen, wütend machen und dann seitlich flankieren. Klingt ja erstmal nicht so schlecht.

Sansa aber ist skeptisch. Vielleicht wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, um vom Brief an Littlefinger zu erzählen?

We’ll never get him back.

Ja, sieht wohl so aus, nachdem sich Lord Umber wohl als ein dreckiger Verräter herausgestellt hat. Aber woher kommt der plötzliche Sinneswandel?
Existiert dieser ganze Konflikt nicht genau aus dem Grund, Rickon zu retten?

Just don’t do what he wants you to do.

Danke, Lady Obvious.

No one can protect me.

Aber Arya ist doch gerade erst auf der Rückfahrt Richtung Westeros?

No one can protect anyone.

Herrgott, jetzt lasst doch mal die arme Arya in Ruhe. Multiple Stichwunden und eine Verfolgungsjagd mit einem Kampfroboter aus der Zukunft überleben ist ja das eine, aber die gesamte Bevölkerung beschützen? Das ist dann wohl doch zu viel des Guten.

In der Zwischenzeit gehen Davos und Tormund spazieren. Der eine will sich besaufen, der andere die ganze Nacht durchmachen. Klingt nach einer super Vorbereitung.

Nachdem sich die Ratschläge Sansas zugegebenermaßen als nicht ganz so hilfreich erwiesen haben, bittet Jon auch Melisandre um Rat.

Don’t lose.“

Korreliert die Qualität der Ratschläge mit der Haarfarbe? Sorry, an alle Rothaarigen da draußen, es sieht schlecht für euch aus.

Davos entdeckt beim stundenlangen Spaziergang in der Morgensonne Stannis‘ alten Barbecue-Platz.
Fantastischer Shot vor der aufgehenden Sonne mit dem Holzhirschen in der Hand.

 

Meereen – Teil 2

Die Greyjoys sind da! Daenerys bekommt in innerhalb einer Episode wohl eine stattliche Flotte ohne großartig viel dafür tun zu müssen.

Als wäre Theon nicht schon genug gebeutelt, muss er jetzt jedoch noch mit dem nachtragenden Tyrion zurechtkommen, weil er im Piloten der Serie einige Witze über Halbwüchsige vom Stapel ließ. Ironisch, dass gerade Tyrion das anprangert, der Varys gefühlt jede Folge auf sein Eunuchen-Dasein hinweisen muss.

Ansonsten: Ein Flirt zwischen Daenerys und Yara sowie der Abschluss der zu erwartenden Allianz.

 

Winterfell – Teil 2

Motiviert bis in die Haarspitzen stehen jetzt 6000 Boltons, Karstarks und Umbers 2500 Wildlingen und 62 Mormonts gegenüber. Vielleicht sind ja unter den Wildlingen noch Reste von Stannis‘ Armee, die kennen sich in der Gegend erfahrungsgemäß ganz gut aus.

Ramsay betritt das Schlachtfeld mit seinem neuesten Hündchen, ganz komische Rasse. Lange, lockige Haare, lange verschollen geglaubt und seit Geburt ein Wolf. Rickon. Jetzt dürfte man wohl nicht mehr an dessen Tod zweifeln können.

Jigsaw/Ramsay will ein Spiel spielen. Rickon darf seine Bestzeit auf den 200 Metern knacken und Ramsay ist in dieser Zeit in der Lage, sein Bogen-Skills zu intensivieren. Weil es ihm Rickon ein wenig zu leicht macht (Renn doch im Zick-Zack, Junge!!!) und er brennende Bolton-Kreuze als Distanzmarker aufgestellt hat, müssen wir erneut von einem Stark Abschied nehmen. Ehrlich gesagt viel mir der Abschied von einem Stark aber noch nie so leicht, hat einfach viel zu wenig Screentime bekommen. Nur um Shaggydog tut es mir Leid.

Ey Alter, wo ist mein Direwolf? Bei Jon Snow jedenfalls nicht, der erstmal folgerichtig alles, was Sansa ihm zuvor gesagt hat, ignoriert und alleine auf den herannahenden Bolton-Fußtrupp zustürmt. So kompliziert war der Ratschlag jetzt auch nicht. Ein taktisches Mastermind eben, so wie alle Starks.

Davos reagiert dann aber schnell und zieht mit den Truppen nach und rettet Jons Arsch ein zweites Mal. Durch den Aufprall der beiden Armeen entwickelt sich das Ganze im Folgenden in ein martialisches Flipper-Spiel. Pferde und deren Reiter krachen unkontrolliert frontal gegeneinander, ohrenbetäubender Lärm- Blut, Dreck, Gedärme, Schweiß. Krieger, die auf alles eindreschen, was sich bewegt, egal ob Freund oder Feind. Schreie, Matsch und auch triviale Todesursachen wie ein verrutschender Helm.
SO muss man eine epische Schlacht inszenieren. Kein Ruhm, keine Glorie, keine übertriebener Pathos, nur der Kampf ums Überleben. Wunderbare Regiearbeit von Miguel Sapochnik, der auch schon für Hardhome verantwortlich war.

Ramsay hingegen macht sich die Finger selbstredend nicht schmutzig und weist seine Bogenschützen unentwegt an, Pfeile in die kämpfende Infanterie beider Parteien zu schießen. Im Gegensatz dazu zieht Davos zurück, damit die eigenen Männer nicht verletzt werden. Wäre jetzt der Zeitpunkt für eine interne Rebellion? Nö.

Stattdessen bildet sich aus dem Körpern der gefallenen Soldaten eine Art Wall, der Jons Männer auf einer Seite einkesselt. Kurzerhand kopiert Ramsay daraufhin Jons Taktik und kesselt ihn mit einer an die römischen Legionen erinnernden Schildmauer auf drei Seite ein. Immer wieder stechen die Schildträger unter rhytmischen Trommeln mit ihren Speeren auf die eingekesselte Armee ein. Erinnert an bisschen an das Klatschen der isländischen Fans bei dieser EM.

Jon und die Wildlinge versuchen schließlich über den Leichenberg zu entkommen, wo sie von den Umbers empfangen werden. Zusätzlich dazu wird Jon beim Fluchtversuch unter der schieren Massen an Leichnamen begraben. Ganz schlimme Szenen und ein absoluter Alptraum für mich als selbstdiagnostizierten leichten Klaustrophobiker. Lebendig begraben zu werden und langsam zu ersticken ist per se schon extrem unheimlich, aber durch die Inszenierung, die Atemgeräusche, die Stampede, die lauten Geräusche rief alleine das Zusehen eine Unangenehmheit hervor, wie ich sie schon lange nicht mehr bei filmischen Erzeugnissen erlebt habe. Ganz großes Kino. Kann Herr Sapochnik bitte in Zukunft bei jeder Folge Regie führen?

Im Zweikampf zwischen Tormund und Smalljon Umber wird letzter schließlich Rick Grimes’d. Geschieht im Recht. Jon kann sich aus seiner misslichen Lage befreien und zum Zeitpunkt als alles verloren schien, erscheinen Sansa und die Reiter Rohans am Horizont. Kennt man ja in ähnlicher Form schon vom Battle of Blackwater sowie der Schlacht nördlich der Wall. Und Littlefinger so: All I do is win win win, no matter what.
Aber ernsthaft: Das Haus, welches sich das Konzept von Spähern ausdenkt, wird jeden verdammten Krieg gewinnen. Das haben ja auch die Freys bei der Riverrun-Belagerung nicht hingekriegt.

Jetzt gibts nur noch ein Problem: Ramsay, die Pussy, die während der gesamten Schlacht keinen Fleck Dreck abbekommen hat und mit Ausnahme vom Rickon-Spiel nicht einmal einen Pfeil verschossen hat, verschanzt sich mit ein paar Männern in Winterfell.
Die Rettung: Der Anti-Hodor Wun-Wun. Der eine Riese als Türstopper, der andere als Türöffner. Leider ist damit auch Wun-Wuns Aufgabe erfüllt, der schließlich mit zahllosen Pfeilen niedergestreckt wird. Der Killsteal erfolgt dann schließlich – natürlich – von Ramsay. Mit dem Zweiten sieht man wohl leider nicht besser.

Am Ende geht Ramsay dann auf das 1vs1 ein, aber das mit dem No Items hat er nicht so gerafft. Zum Glück sind Mormont-Schilder mehrfach TÜV-geprüft und halten Ramsays Pfeilen stand.

 

Schlussszene

Dewey, how did Ramsay Bolton die?

Dogs ate his face.

No, Dewey. I’m asking about Ramsay Bolton.

Dogs ate his face.

Look, will you just put dad on the phone.

Hello?

Dad. How did Ramsay Bolton die?

Dogs ate his face, here talk to Dewey he knows more about it than I do.

 

Fazit

If you acquire a reputation as a mad dog, you’ll be treated as.
So hat Roose Bolton zu Anfang der Staffel versucht, seinen Sohn noch ein wenig zurechtzuweisen. Wie das funktionierte, hat man ja sehen können. Ramsay ist tot, ebenso wie das Haus Bolton. Kann nicht behaupten, dass das ein großer Verlust für mich ist.

You can’t kill me. I’m part of you now.
Einige der letzten Worte Ramsays gegenüber Sansa. Ich gehe davon aus, dass diese Worte symbolisch zu verstehen sind. Gut zu sehen in dem Shot, in dem sich Sansa erst umdreht und Ramsay seinen Schicksal überlassen will, sich aber doch noch einmal zurückwendet und ihren Sieg und den Tod Ramsays auszukosten. Rachegelüste, Sadismus und Freude über den grausamen Tod Ramsays. Sansa ist nicht mehr das kleine Mädchen, das man aus den ersten Staffeln kennt und emotional nach der letzten Staffel abgestumpft.

Apropos abgestumpft: So richtig Freude kam nach der Wiedereroberung Winterfells nicht auf. Als die Stark-Fahne wieder von den kahlen Wänden Winterfells wehte, war ich nicht so froh und in Triumphstimmung wie seit vielen Staffeln ausgemalt. Mir ging es ähnlich wie Jon und Sansa, was wohl auch so von Sapochnik gewollt war. Die ganze Folge war extrem bittersüß. Nicht Freude, sondern vielmehr Erschöpfung machte sich breit.
Jon hat gewonnen? Aber was? Ein Winterfell, das nie wieder so sein wird, wie es mal war. Und wie? Nur mit der Hilfe des intrigantesten Mannes in ganz Westeros, der im Prinzip daran schuld war, dass sich die ganze Situation überhaupt so entwickelt hat. Die Fahne, die da jetzt in Winterfell hängt, ist nicht die Fahne des Erfolgs. Es ist eine Fahne des Schmerzs und eine Fahne, die die Hoffnung auf bessere Zeiten ausdrückt. Für den Norden, für Westeros und vor allem für die Starks.

Ein wenig Kritik muss ich dann doch anbringen. Denn so gut die Folge jetzt war, war sie zu halt doch eher was für die Augen. Ganz versöhnt bin ich nach dem Desaster, das Folge 8 dargestellt hat, noch nicht. Auch in dieser Episode war ich ein wenig genervt vom Drehbuch.
Die Idee, das sich Boltons Untergebene irgendwann aufgrund seiner Grausamkeit gegen ihn wenden, wurde quasi in jeder Winterfell-Szene dieser Staffel etabliert und am Ende rettet dann doch Littlefinger den Tag. Wieder der einfache Weg. Schade, wäre ein schones Motiv gewesen. Verbundenheit mit den Starks gewichtiger als die Angst vor Ramsay, ein positives Motiv, das über das negative obsiegt. Sogar der Befehl, auf die eigenen Männer zu schießen, wurde widerstandslos ausgeführt.
Aber nach der vermutlich besten Schlacht der TV-Geschichte ist das heute Meckern auf ganz hohem Niveau.

 

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